Neues Werk für Hightech-Fertigung

Der chinesische Kommunikationstechnik-Konzern Huawei will in diesem Jahr seine Investitionen in Deutschland ausweiten – an der Speerspitze der Vorhaben steht die Errichtung eines Standorts für Präzisionsfertigung in Weilheim. Ab Jahresende sollen auf einem Gewerbegelände am Leprosenweg, das von der Firma Zarges gekauft wurde, Technologiekomponenten für Telekommunikationsnetzwerke für den internationalen Markt gefertigt werden. Das Unternehmen betont im Hinblick auf seine Entscheidung für den Standort Weilheim die weltweit bekannten Kompetenzen bayerischer Fertigung sowie die herausragende Logistik-, Kommunikations- und Energieinfrastruktur im Freistaat. Im Falle Weilheims dürften neben der infrastrukturellen Anbindung die örtliche Lebensqualität im Hinblick auf Wohnraum, Schulen und Freizeitmöglichkeiten ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Das Ansiedlungsvorhaben wurde zudem maßgeblich von Invest in Bavaria, der staatlichen Ansiedlungsagentur des Freistaates Bayern, unterstützt. "Huawei und Bayern verfügen über sich komplementär ergänzende Stärken und Spitzenfähigkeiten im Bereich Produktion", ließ der Telekommunikationsausrüster zur Entscheidung vernehmen.

 

Auch Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zeigte sich erfreut: „Wir begrüßen sehr, dass Huawei als weltweit führendes Technologieunternehmen über seine europäische Forschungszentrale in München hinaus sein Engagement in Bayern ausbaut. Die Investitionen von Huawei und die Errichtung eines Standorts für Präzisionsfertigung in Bayern belegen die außerordentliche Attraktivität des Freistaates als Standort für Hightech-Fertigung: Infrastruktur, Fachkräfte und Forschung sprechen für Bayern als Produktions- und Innovationsstandort. Und das gilt nicht nur für die großen Ballungszentren sondern – wie der neue Standort Weilheim zeigt – flächendeckend auch im ländlichen Raum. Das haben wir in ausführlichen Gesprächen mit dem Unternehmen herausgestrichen und das hat die Verantwortlichen bei Huawei überzeugt.“ Bis Ende 2017 sollen nun voraussichtlich 40, bis Ende 2018 ganze 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im neuen Weilheimer Huawei-Werk tätig sein. Ingenieure und technische Fachkräfte sollen überwiegend lokal eingestellt werden. Die Investition in Bayern folgt dabei Huaweis sogenannter "Glokalisierungsstrategie": Als globales Unternehmen will man durch Investitionen die lokalen Kernmärkte stärken und die hohe Innovationskraft im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie mit lokaler Exzellenz verbinden. Für den Herbst hat Huawei ein Vor-Ort-Pressegespräch angekündigt.

 

Huawei wurde 1987 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Shenzhen. Der Konzern hat weltweit rund 170.000 Mitarbeiter. 2016 wurde ein Nettogewinn von 37,1 Milliarden Yuan erwirtschaftet – rund 5,4 Milliarden US-Dollar bzw. 4,7 Milliarden Euro. 139 Millionen Smartphones wurden insgesamt ausgeliefert. Knapp 15 Prozent des Jahresumsatzes wurden laut Huawei 2016 für  Forschung und Entwicklung ausgegeben. Die Europazentrale des chinesischen Konzerns befindet sich in Düsseldorf. In der europäischen Forschungszentrale in München arbeiten zudem aktuell etwa 400 Mitarbeiter an Entwicklungen wie der nächsten Mobilfunkgeneration 5G und Technologien rund um das autonome Fahren.

 

 

[Die Huawei-Konzernzentrale in Shenzhen, Südchina.]

 

 

 

Autor: Roman Möhlmann, CSU Weilheim